Zum Thema „Sponsoring“ und „Fundraising“

einige Anmerkungen…

 

In Zeiten immer knapper werdender (öffentlicher) Mittel, besonders im öffentlichen Bereich, und hier speziell für Non-Profit-Organisationen (NPOs), wird seit wenigen Jahren versucht, neue Wege der Mittelbeschaffung zu gehen.

Was ist Sponsoring?

Der seit langen Jahren bekannte Begriff „Spenden“ (freiwillige, unentgeltliche Wertabgaben im Geld- und Sachmittelbereich, die das geldwerte Vermögen des Spenders mindern, wofür dieser aber keine Gegenleistung erhält), wird erweitert durch den Begriff „Fundraising“/“Sponsoring“.

Dabei ist Sponsoring die Bereitstellung von Geld- und oder Sachmitteln sowie Dienstleistungen durch Unternehmen zur Förderung nicht ausschließlich wirtschaftlicher Ziele, die dem Sponsor die Möglichkeit bietet, seine Unternehmensdarstellung- und -anerkennung in der Öffentlichkeit mit Hilfe der gesponsorten Organisation darzustellen (Gegenleistungsprinzip).

Fundraising, übersetzt soviel wie Geld aufbringen – Geldbeschaffung -, kommt aus dem Amerikanischen und ist dort ein boomender Markt, da die staatlichen Leistungen schon in der Vergangenheit nicht so üppig flossen wie in Deutschland. Fundraising ist aber mehr als nur die Geldmittelbeschaffung.

 

Voraussetzungen für Sponsoring

Ein Marketingkonzept der Organisation, eine gute Selbstdarstellung sowie vorbereitete verhandlungssichere „Botschafter“ der Organisation (auch ehrenamtlich) gehören genauso dazu wie die wiederholte Werbung bei den Unternehmen, also ein ständiger Kontakt, der Vertrauen herstellt. Vertrauen ist auch der Schlüssel, um unter den sich zahlreich bewerbenden NPOs als förderungswürdig von den Unternehmen akzeptiert zu werden. Oft genug sind Spenden in irgendwelchen undurchschaubaren Kanälen versickert.

Möglichkeiten zur Unterstützung von Fundraising in Deutschland sind durch einige stetig wachsende Verbände gegeben. Da ist u.a. die „Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialmarketing“ (BSM), die Organisationen bei z.B. Spendenbriefaktionen, Fort- und Weiterbildung von Fundraisern, Kongressen und Workshops weiterhilft, um auch ethischen Grundsätzen gerecht zu werden. Die Publikationen des BSM-„Newsletter“ und die Zeitschrift „Fundraising“ könnten ebenso Anregung bringen wie Seminare im Bereich Sozialsponsoring und Fundraising.

 

UPJ – Unternehmen Partner der Jugend

Im Jugendhilfe-Bereich ist seit 1994 unter dem Motto „Brücken bauen -Unternehmen Partner der Jugend“ eine bundesweite Initiative geschaffen worden, die Unternehmen anregen will, eine soziale Kooperation mit Institutionen der Jugendarbeit einzugehen, um z.B. sinnvolle Freizeitaktivitäten zu fördern, Berufsperspektiven und Zukunftskonzepte im Bereich der sozialen Arbeit zu entwickeln. Es soll aber auch verstärkt auf Probleme im sozialen Bereich aufmerksam gemacht werden, die „gemeinsam“ mit Unternehmen bewältigt werden müssen.

Hierzu sind bundesweite Pools eingerichtet worden, bei denen sich Unternehmen melden, die sich als potentielle Geldgeber sehen. Aber auch Einrichtungen, die Geld benötigen, können sich hier registrieren lassen. Finden sich aufgrund der Datenbank Schnittpunkte der Interessen beider, kann sofort ein Kontakt hergestellt werden, sodaß beide Partner zueinander finden können. Aber auch „Botschafter“ dieser Idee sind willkommen, um erste Kontakte zu potentiellen Geldgebern aufzutun.
Geldmittel sind immer noch die am meisten gesuchte Ressource, aber auch andere Aktionen sind denkbar. Sportstätten von Betrieben und Vereinen könnten zur Verfügung gestellt werden, damit soziale Einrichtungen eine adäquate Freizeitmöglichkeit anbieten können.

 

Beispielprojekte — Projektbeispiele

stattfindenden Westkurvenmeisterschaft (WKM) des Fanprojektes Sportplätze zur Verfügung. Zusätzlich werden Fanartikel vom Verein (Sachmittel) kostengünstig an das HSV Fan Projekt abgegeben. Diese dienen dann als Preise für die Fans. Auf der St.Pauli-Projekt-Seite gewährt Jack Daniels Zuschüsse zu den Fahrpreisen, wodurch sich für die Fans die Kosten der Auswärtsfahrten erheblich reduzieren.

Daß es hier eine glückliche Konstellation gibt (Sport-Sponsoring und insbesondere Fußball-Sponsoring ist die am häufigsten auftretende Unterstützung der Unternehmen), soll hier nicht geleugnet werden. Für andere Sozialprojekte, wie z.B. Kinderläden, ist es nicht so einfach, dem Unternehmen eine gute Darstellungsmöglichkeit zu bieten, obwohl auch hier ein positives Image für das Unternehmen herauskommen kann.